Veröffentlichungen

Gestern kam Gülsha ganz oben an

Macht den Ostschweizer Dialekt salonfähig: Gülsha Adilji. (Bildquelle: twitter.com/guelshaaa)

Den Namen Gülsha Adilji verbindet man noch nicht mit einer Ostschweizer TV-Moderatorin, wenn man Joiz nicht kennt. Joiz ist ein junger TV-Sender, dessen Programm das Publikum über verschiedene Socialmedia-Plattformen und die Homepage bestimmen kann und der Arbeitgeber von Gülsha, die gestern Abend in meiner Radiosendung zu Gast war. Die Moderationen der St. Gallerin, deren Wurzeln über die Türkei, Albanien und den Kosovo verteilt sind, bestechen durch einen trockenen Humor, den sie von ihrer Mutter vererbt hat. Auch am Radiomikrofon strahlt Gülsha, gestikuliert mit den Händen und ist sich selbst für einen Spruch über sich selbst nicht zu schade. Im „Info S“ darf sie sich als Nachrichtensprecherin üben und meistert die Aufgabe – trotz leichter Nervosität – problemlos. Interessanterweise bewarb sich Gülsha bei Joiz nicht für einen Moderationsjob. Dieser wurde ihr erst während dem Bewerbungsgespräch angeboten. Gülshas Talent ihre Gedanken mitzuteilen äussert sich nämlich auch auf dem Papier. Mit was man Gülsha in einigen Jahren wohl verbinden wird? Mit einer TV-Moderatorin, einer Redaktorin oder einer Pharmaassistentin, ihrem gelernten Beruf? Immerhin durfte sie beim SF schon mal ein Praktikum absolvieren. Vielleicht holt man eines Tages die „verlorene Tochter“ zurück? Doch Gülsha ist bereits ganz oben angekommen – im Stockwerk P, dem höchsten Stockwerk des Kantonsspitals Frauenfeld. Von dort hat sie zwar wegen der Wolkendecke den „Super-Mond“ nicht gesehen, doch man mag es ihr wünschen, dass in einigen Jahren die grossen Scheinwerfer auf die kleine Frau mit dem tollen Humor herabscheinen. Das würde mich mit nicht geringem Stolz erfüllen.

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Sport ist nicht gleich Politik

Soll die F1 sich aus Bahrain zurückziehen? (Bildquelle: Bahraini Activist, Wikimedia Commons)

Der Grosse Preis von Bahrain hat in den Medien und der Öffentlichkeit grosse Wellen geschlagen. Soll die FIA* einen Rennanlass durchführen, obwohl im Gastgeberland politische Probleme bestehen?

Einige Exponenten der Formel 1 befürworten die Austragung, weil Sport und Politik nicht vermischt werden sollen. Tatsächlich handelt es sich um zwei verschiedene Welten. Man stelle sich die Vorzüge vor, politische Unstimmigkeiten in einem sportlichen Wettkampf auszutragen. Ein Wettbewerb, der unter den Augen einer Aufsichtsperson (z.B. Schiedsrichter, Rennleiter) steht und bei dem für alle Beteiligten dieselben Rechte gelten. Ein Wettbewerb, dessen Resultat am Ende alle akzeptieren würden. Es bleibt beim Traum. Ein Blick in die täglichen Medien genügt und wir sehen, dass viele politische Probleme leider nicht sportlich gelöst werden.

Falls man zum Schluss kommt, dass die FIA den GP von Bahrain absagen soll, müsste man m.E. so konsequent sein und prüfen, ob weitere Anlässe aus dem Rennkalender gestrichen werden müssten. Die F1 gastiert u.a. auch in China, Indien und Brasilien. Sogar ob der Grosse Preis von Austin (USA) seinen Platz verdient hat, könnte man sich fragen. In Texas leben sehr viele Menschen ohne Krankenversicherung.** Und in Texas wird die Todesstrafe konsequent angewendet.

Fazit: Je mehr politische Verantwortung man der Formel 1 auferlegt, desto kürzer würde wohl der Rennkalender werden. Da aber gerade dank des F1-Rennens die Unruhen in Bahrain an internationaler Aufmerksamkeit gewonnen haben, die anderen Gegenden vergönnt bleiben***, spreche ich mich für den Anlass aus und vertrete die Meinung, dass es in erster Linie die Aufgabe anderer Organe ist, sich für die Verbesserung der politischen Lage einzusetzen.

Bemerkungen und weitere Hinweise:

* Abk. FIA: Federation Internationale de l’Automobile.
** siehe http://www.census.gov/hhes/www/hlthins/hlthins.html.
*** z.B. Honduras, Haiti, Nordkorea, Somalia, usw.

Das Phänomen

Am 22. Januar 2012 war DJ Bobo bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere Gast in der Sendung „Persönlich“ auf DRS 1. Ich hörte diese Sendung und dabei blieb mir vor allem eine These von Bobo hängen.

DJ Bobo erklärte ein Phänomen, von dem Schweizer Weltstars betroffen sind: Sie werden im Ausland viel mehr als solche wahrgenommen als in der Heimat. Und warum ist das so? Gemäss Bobo geht es in der Schweiz nicht darum „besser zu sein als andere“. Es ist nicht der Lebenstraum jeder Schweizerin oder jedes Schweizers „aus der Masse herauszuragen“, weil bedingt durch die direkte Demokratie der Einzelne in der Masse gleich stark ist wie die anderen. Und so wird halt auch ein Roger Federer oder ein DJ Bobo oder selbst eine Bundesrätin als „eine(r) von uns“ wahrgenommen.

Ich finde diese Erklärung sehr interessant. Einerseits hilft uns diese Mentalität auf dem Boden zu bleiben und verhindert, dass gewissen Personen unverdient zu viel Wertschätzung entgegen kommt. Anderseits bremst es ab und führt zu Frustration. Nicht so bei DJ Bobo. Er weiss es zu schätzen, dass er seine Kinder in die öffentliche Schule schicken kann und sein Zuhause nicht mit einem elektronischen Zaun und Kameras absichern muss.

Ich stelle mir einen Schweizer Weltstar vor, familienlos, talentiert, mit einer riesigen Meinung von sich, die er auch noch unverhohlen öffentlich kundtut. Eine solche Persönlichkeit wird mit guten Gründen ins Ausland ziehen, weil sie dort die Anerkennung kriegt. Darum wohnen also unsere Weltstars, die brav und bodenständig sind, noch bei uns…

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Fieser Taxibetrüger

Taxibetrüger in England

Taxibetrüger in England. (Bildquelle: Wikimedia Commons)

Stell dir vor, du bestellst – in England – ein Taxi und es stellt sich heraus, dass ein fieser Betrüger am Steuer sitzt. Ein Betrüger? Ja, einer, dessen Nummernschild von einem lizenzierten Taxi gestohlen ist. In Oxford ist die Polizei seit heute Morgen auf der Suche nach drei solchen Betrüger-Taxis und dabei handelt es sich offenbar nicht um Einzelfälle. Es kommt in England immer wieder vor, dass Nummernschilder oder Lizenzschilder gestohlen und dann missbräuchlich verwendet werden. Ausserdem gibt es in England zwei Arten von Taxis. Man spricht von Taxis und sogenannten Minitaxis. Der Unterschied liegt darin, dass man Taxis sofort und ohne Vorbuchung bestellen kann, d.h. man kann einfach an den entsprechenden Stellen einsteigen. Die Minitaxis hingegen können nur telefonisch oder direkt bei den Zentren bestellt werden. Die Minitaxis werden in der Regel von privaten Unternehmen betrieben. Während sich in einem gewöhnlichen Taxi der Fahrpreis grundsätzlich nach der Streckenlänge bemisst, wird der Preis bei Minitaxis bereits bei der Bestellung vereinbart. Die Betrugsfälle in Oxford betreffen im Übrigen solche Minitaxis. Nun ist es für gewöhnliche Bürger nicht einfach, solche Betrüger aufzudecken. Natürlich könnte man sich durch die amtliche Liste der lizenzierten Minitaxi-Betreiber wühlen. Auf der Regierungsseite direct.gov.uk gibt es aber noch realistischere Tipps: So soll man darauf achten, ob der Fahrer alkoholisiert ist, ob er sich in der Region kaum auskennt oder ob der Zustand des Fahrzeuges schlecht ist. Alright! In meinem nächsten England-Aufenthalt werde ich also zuerst um das Fahrzeug herumgehen, den Fahrer einem Alkoholtest unterziehen und ihn einen Sprachtest ausfüllen lassen…

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Atemberaubende Landungen garantiert

Irgendwo in der Karibik, auf der kleinen Insel Saint-Martin, liegt ein Flughafen, der verrückter kaum sein könnte. Der Princess Juliana International Airport besitzt nämlich gleich mehrere besondere Eigenschaften. Die Start- und Landebahn ist für grosse Passagierflugzeuge enorm kurz. Um den ganzen Flugplatz gibt es nicht viel Raum, falls mal etwas schief gehen sollte. Vor und nach der Piste ist nur ein wenig Strand und vor allem das Meer. Knallharten Flugfreunden muss der Flughafen wie ein Traum vorkommen. Über dem Strand befinden sich die Maschinen in einer Höhe von etwa zehn bis dreissig Metern. Spektakuläre Fotos und Filme sollten vorgarantiert sein. Wenn die Flugzeuge starten, müssen sie schon im Stand, das heisst bevor sie die Bremsen lösen, vollen Schub geben, damit sie die Hügel im Osten sicher zu überqueren vermögen. Man kann sich vorstellen, dass die Triebwerke eines Jumbos für einen regelrechten Sandsturm am Strand sorgen. Deshalb warnen auch entsprechende Warnschilder die Strandgäste, die sich jedoch wenig bis gar nicht um ihre Sicherheit sorgen. Irgendwie drängt sich die Frage auf, wieso es auf dieser Insel überhaupt einen Flughafen gibt und warum dieser auch noch erstaunlich ausgelastet ist. Ursprünglich wurde die Anlage für das Militär gebaut und ausschliesslich von diesem benutzt. Saint-Martin war früher eine Kolonie, die je zur Hälfte Frankreich und den Niederlande gehörte. Heute ist der Flughafen für die Tourismusbranche und die Wirtschaft von Saint-Martin und der benachbarten Inseln enorm wichtig. Und wohl auch dank den knallharten Flugfans, die mit ihren Handys und Digitalkameras bereitstehen, wird dieser verrückte Flughafen weiterhin bestehen.

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